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Regulierung24. Oktober 2026

Bitcoin-ETF Schweiz: BBIT und FINMA-Zulassung

Die FINMA hat am 20. Oktober den ersten Schweizer Bitcoin-ETF für Privatanleger zugelassen. Was zu BBIT, Kosten und Zugang bekannt ist.

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Die Schweizer Aufsichtsbehörde FINMA hat am 20. Oktober 2026 den ersten börsennotierten Fonds zugelassen, der für Privatanleger direkt in Bitcoin investiert. Den Namen des Anbieters nannte die FINMA nicht. BIT Asset Management aus Zürich teilte in einer eigenen Pressemitteilung vom selben Tag mit, dass es sich um den Bitcoin Fund ETF mit dem Ticker BBIT handelt. Die Notierung an der SIX Swiss Exchange wird im November erwartet; ein genaues Datum und die Kosten stehen noch nicht fest.

Bitcoin-ETF in der Schweiz in Kürze

  • Was: der Bitcoin Fund ETF (BBIT), ein Schweizer Anlagefonds, der Bitcoin direkt hält, also weder Futures noch Schuldverschreibungen.
  • Wer hat zugelassen: die FINMA, am 20. Oktober 2026. Die FINMA bezeichnet ihn als „übrigen Fonds für alternative Anlagen mit besonderem Risiko“ (im Englischen: „other fund for alternative investments“ with a specific risk).
  • Wer verwaltet ihn: BIT Asset Management AG in Zürich, eine Tochter von BIT (früher Matrixport) mit FINMA-Bewilligung als Verwalter kollektiver Vermögen.
  • Für wen: auch für Privatanleger in der Schweiz, nicht nur für qualifizierte Anleger.
  • Wo notiert er: SIX Swiss Exchange, erwartet im November 2026. Die Kosten gibt das Unternehmen nach eigenen Angaben zum Start bekannt.
  • Ausnahme: Die FINMA erlaubte eine Abweichung von den üblichen Regeln zur Risikoverteilung, weil Bitcoin auf eine lange Handelsgeschichte und ein besonders hohes Handelsvolumen verweisen kann.
  • Risiko: Die FINMA betont selbst, dass eine Anlage in Bitcoin, auch über einen zugelassenen ETF, sehr riskant bleibt.

Was die FINMA genau sagt

In der Pressemitteilung vom 20. Oktober schreibt die FINMA, sie beobachte ein wachsendes Interesse an Anlagen in Kryptowährungen, vor allem in Bitcoin, und lasse erstmals einen börsennotierten Fonds für Privatanleger zu, der direkt in Bitcoin investiert. Auch andere Fondsanbieter haben laut FINMA Anträge für einen Bitcoin-ETF eingereicht oder angekündigt. Es könnte also mehr unterwegs sein, doch die FINMA nennt weder Namen noch Zahlen.

Der frühere Präzedenzfall stammt aus dem Jahr 2021: Damals genehmigte die FINMA einen Fonds für qualifizierte Anleger, der vor allem in einen Korb von Kryptowährungen investiert. Das ist eine andere Kategorie als dieser Fonds, der Privatanlegern offensteht.

Die FINMA nennt drei Gründe, warum dieser Fonds mehr Schutz bietet als der direkte Kauf von Krypto:

  1. Beaufsichtigte Verwalter müssen Massnahmen gegen operationelle Risiken und Risiken bei der Verwahrung treffen, wie in der FINMA-Richtlinie vom 12. Januar 2026 beschrieben.
  2. Es gelten die Verhaltensregeln für den Verkauf aus dem Schweizer Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG). Dazu gehören klare Risikowarnungen und eine Prüfung, ob das Produkt zum Kunden passt.
  3. Die Risiken müssen klar in den Fondsdokumenten stehen.

Zum Marktrisiko ist die FINMA deutlich: Wegen der starken Kursschwankungen kann der angelegte Betrag stark an Wert verlieren. Achte auf den Betrag, den du einsetzt, mahnt die Aufsichtsbehörde.

Wie BBIT aufgebaut ist

Die Details stammen aus zwei Arten von Quellen: der Pressemitteilung von BIT selbst (20. Oktober) und Meldungen der Schweizer Nachrichtenagentur AWP vom 21. Oktober, die La Télé übernommen hat; laRegione nennt die Agentur ATS als Quelle. Lies diese Details also als „laut BIT“. Einen Prospekt oder ein Factsheet mit endgültigen Zahlen konnten wir nicht öffnen.

BestandteilWas die Quellen sagen
RechtsformSchweizer kollektiver Anlagefonds („contractual investment fund“), keine Schuldverschreibung
Was enthalten istausschliesslich Bitcoin, passiv verwaltet, ohne Derivate und ohne Wertpapierleihe
VerwahrungCold Storage bei einer Schweizer Bank, laut AWP
Vermögenstrennungdas Vermögen ist vom Vermögen des Verwalters getrennt und für die Anleger abgesondert
Kreditaufnahmekein Hebel, aber der Fonds darf bei einem Liquiditätsengpass vorübergehend bis zu 25 % Kredit aufnehmen, zum Beispiel um Rücknahmen zu bezahlen
Maximales Engagementdadurch höchstens 125 % des Nettoinventarwerts, laut Disclaimer von BIT
NotierungSIX Swiss Exchange, erwartet im November 2026
Kosten und ISINnoch nicht bekannt gegeben

Beachte die Zeile zur Kreditaufnahme. „Ohne Hebel“ und „bis zu 125 % Engagement“ stehen beide im selben Disclaimer. Gemeint ist, dass Kredite nur vorübergehend und nur zur Liquiditätsbeschaffung dienen, doch es bleibt ein Unterschied zu einem Fonds, der nie Kredit aufnehmen darf.

ETF oder ETP: Warum dieser Unterschied zählt

In Europa kannst du schon seit Jahren Bitcoin-Produkte an der Börse kaufen. Meist sind das ETPs (Exchange-Traded Products). BIT schreibt in seiner Pressemitteilung, das seien Schuldinstrumente mit Emittentenrisiko: Geht der Emittent in Konkurs, bist du Gläubiger und nicht Eigentümer eines abgesonderten Vermögens. Das ist die eigene Lesart von BIT, denn das Unternehmen verkauft selbst ein Konkurrenzprodukt. Der Unterschied zwischen einem Schuldinstrument und einem Fonds ist aber rechtlich real: Bei einem Schweizer kollektiven Anlagefonds liegt das Vermögen ausserhalb des Vermögens des Verwalters.

BIT nennt BBIT ausserdem „Europe's only spot bitcoin ETF“. Das ist eine Behauptung des Unternehmens, nicht der FINMA, und sie gilt für einen Schweizer Fonds. Für Anleger in der EU ist das vor allem ein Anlass, darauf zu achten, welche Produkte nach EU-Recht angeboten werden; dass BBIT dazugehört, wurde nicht angekündigt.

Ein Rechenbeispiel für die Kosten

Die Kosten sind noch nicht bekannt, ein echter Vergleich ist also noch nicht möglich. Du kannst aber schon jetzt ausrechnen, was eine jährliche Kostenposition in Euro bedeutet. Das ist ein Rechenbeispiel, kein Tarif von BBIT:

Angelegter BetragJeder 0,10 Prozentpunkt pro Jahr kostetBei 0,50 % pro JahrBei 1,00 % pro Jahr
1.000 €1,00 €5,00 €10,00 €
5.000 €5,00 €25,00 €50,00 €
10.000 €10,00 €50,00 €100,00 €

Rechne auch den Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs sowie die Kosten deiner Bank oder deines Brokers mit ein. Eine niedrige jährliche Gebühr nützt wenig, wenn dein Broker pro Order einen festen Betrag verlangt. Wie ein solcher Aufschlag funktioniert, steht in unserem Beitrag Bitcoin kaufen bei der Sparkasse: 0,99 Euro plus Aufschlag.

Was bedeutet das für dich als Anleger in Europa?

Die Schweiz liegt ausserhalb der EU und ausserhalb der MiCA-Regeln. Eine Zulassung durch die FINMA ist also keine MiCA-Zulassung und eröffnet keinen Zugang zum EU-Markt. Das sagen die Quellen dazu:

Zugang aus der EU. BIT nennt Schweizer Anleger als Zielgruppe („investors can now access bitcoin through an ordinary Swiss bank account“). Zum Vertrieb in der EU oder im EWR haben wir nichts gefunden. Auf der Website von BIT steht, dass die Dienstleistungen nicht für Einwohner der EU und des EWR bestimmt sind. Das betrifft die Website und ihre Dienstleistungen, nicht speziell diesen Fonds; der Disclaimer zum Fonds sagt, die Verfügbarkeit hänge von den anwendbaren Gesetzen und Vorschriften ab. Rechne also nicht damit, BBIT über deinen niederländischen, belgischen, deutschen, französischen, spanischen, portugiesischen oder polnischen Broker kaufen zu können.

Was du in der EU prüfen kannst. Willst du Bitcoin bei einem Anbieter mit EU-Zulassung kaufen, wirf einen Blick ins MiCA-Zulassungsregister und lies den Unterschied zwischen Zulassung und Anzeige in MiCA-Register: Zulassung oder nur Anzeige?.

Steuern. Ob und wie ein Schweizer Fonds in deinem Land besteuert wird, hängt von den Regeln dieses Landes ab und davon, wie dein Broker den Fonds einstuft. Eine Quelle dazu haben wir nicht. Eine Übersicht darüber, was in welchem Land gilt, findest du unter Krypto-Steuern in Europa.

Eigene Verwahrung. Ein Fonds ist kein eigener Bitcoin: Du besitzt Anteile an einem Fonds und kannst den Bitcoin nicht in ein eigenes Wallet abheben. Willst du die Coins selbst halten, lies, wie du ein Wallet auswählst.

Was noch nicht feststeht

  • Das genaue Notierungsdatum. BIT sagt „November“; die Schweizer Nachrichtenagentur schreibt, der Handel könne „innerhalb eines Monats“ beginnen. Weitere Informationen folgen laut BIT vor dem Start.
  • Die Kosten und die ISIN. Noch nicht veröffentlicht.
  • Wer die Bank ist. Laut AWP verwahrt eine Schweizer Bank den Bitcoin im Cold Storage; ihr Name ist uns nicht bekannt.
  • Der Prospekt. Wir konnten ihn nicht öffnen. Die Zahlen zur Kreditaufnahme stammen aus dem Disclaimer der Pressemitteilung, der auf den Prospekt und den Fondsvertrag verweist.
  • Ein abweichendes Datum. Die PDF-Version der englischen FINMA-Pressemitteilung nennt als Datum den „20. Oktober 2025“. Die Webseite der FINMA und alle Berichte sagen 20. Oktober 2026, und die Richtlinie, auf die sich die Pressemitteilung bezieht, stammt vom 12. Januar 2026. Wir gehen von 2026 aus.
  • Andere Anträge. Die FINMA sagt, andere Anbieter hätten Anträge eingereicht oder angekündigt. Wer das ist und wann eine Entscheidung fällt, ist nicht bekannt.

Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Krypto kann stark an Wert verlieren, und du kannst deinen gesamten Einsatz verlieren.

Häufige Fragen

Gibt es einen Bitcoin-ETF in Europa?

In der Schweiz gibt es ab November, wenn die Notierung zustande kommt, den ersten ETF in Form eines Schweizer Anlagefonds, der direkt Bitcoin hält (BBIT). Ausserhalb der Schweiz werden Bitcoin-Produkte an der Börse vor allem als ETP gehandelt. BIT nennt BBIT „Europe's only spot bitcoin ETF“; das ist die Behauptung des Unternehmens.

Wann beginnt der Handel mit BBIT?

BIT erwartet die Notierung an der SIX Swiss Exchange im November 2026. Ein genaues Datum wurde noch nicht bekannt gegeben.

Was kostet der Bitcoin Fund ETF?

Das ist noch nicht bekannt. BIT sagt, die Kosten folgen zum Start. Im Rechenbeispiel oben siehst du, was ein Prozentsatz in Euro bedeutet.

Kann ich BBIT kaufen, wenn ich in den Niederlanden oder in Belgien wohne?

Das konnten wir nicht feststellen. Der Fonds wurde für Schweizer Anleger angekündigt, und zum Vertrieb in der EU oder im EWR ist nichts bekannt gegeben worden. Frag deinen Broker, sobald die Notierung da ist, und achte auf den Wortlaut des Disclaimers zur Verfügbarkeit.

Ist ein Bitcoin-ETF sicherer, als selbst Bitcoin zu kaufen?

Die FINMA nennt zusätzlichen Schutz (Aufsicht, Verhaltensregeln, Risikowarnungen), sagt aber zugleich, dass das Marktrisiko sehr hoch bleibt. Der Kurs kann kräftig fallen, auch in einem zugelassenen Fonds.

Quellen

Gelesen am 24. Oktober 2026.

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