Coinbase Strafe Irland: Sind deine Kundengelder sicher?
Irlands Zentralbank verhängt 3,25 Mio. Euro Strafe gegen Coinbase Ireland, weil Kundengelder mangelhaft getrennt waren. Was steht drin, was nicht?

Die irische Zentralbank (Central Bank of Ireland) hat am 22. Oktober 2026 bekannt gegeben, dass Coinbase Ireland Limited eine Rüge und eine Geldstrafe von 3.252.618 Euro erhält. Die Gesellschaft musste Kundengelder auf einem gesonderten Bankkonto halten und tat das zwischen dem 1. November 2020 und dem 19. August 2025 nicht immer. Die Strafe gilt erst, wenn der High Court (Hohes Gericht) sie bestätigt. Coinbase erklärt, dass kein Kunde Geld verloren habe und dass nie jemand nicht an sein Geld gekommen sei.
Strafe gegen Coinbase Ireland in Kürze
- 3.252.618 Euro: die Strafe nach 30 % Vergleichsrabatt auf 4.646.597 Euro. Dazu eine Rüge.
- Wer: Coinbase Ireland Limited, ein irisches E-Geld-Institut, das seit dem 1. November 2020 tätig ist. Nicht die Gesellschaft, die deine Kryptowerte verwahrt.
- Was: Kundengelder wurden mit Geld anderer Coinbase-Gesellschaften vermischt, das getrennte Konto war an einigen Tagen unterdeckt, und Änderungen im Vorgehen wurden nicht gemeldet.
- Wie groß: Der größte Fehlbetrag an einem Tag lag 2023 bei 3,4 Millionen Euro und 2024 bei 5,2 Millionen Euro. Im Durchschnitt ging es um 0,54 % dessen, was verwahrt werden musste.
- Folge für Kunden: Die Zentralbank schreibt, dass Kunden im Insolvenzfall ihr Geld möglicherweise nicht schnell und vollständig zurückbekommen hätten. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Kunden tatsächlich einen Schaden erlitten.
- Noch nicht endgültig: Die Sanktionen gelten erst nach Bestätigung durch den High Court.
Was die irische Zentralbank feststellt
Coinbase Ireland ist ein E-Geld-Institut, das die irische Zentralbank im Oktober 2019 zugelassen hat. Die Gesellschaft gibt E-Geld im Austausch gegen gewöhnliches Geld aus. Mit diesem E-Geld kaufen Kunden Kryptowerte auf der Handelsplattform der Gruppe, über andere Coinbase-Gesellschaften. Der Dienst wird im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angeboten.
Ein E-Geld-Institut muss das Geld seiner Kunden jeden Tag von seinem eigenen Geld trennen. Es liegt dann auf einem gesonderten Konto bei einer Bank. So ist das Kundengeld geschützt, wenn das Institut selbst insolvent wird. Die Zentralbank nennt vier Probleme:
Der Fehlbetrag entstand durch Fehler in den Systemen, mit denen Coinbase Ireland jeden Tag berechnete, wie viel es verwahren musste. Die Verpflichtung lag im Durchschnitt bei 323 Millionen Euro im Jahr 2023 und bei 470 Millionen Euro im Jahr 2024. Der größte Fehlbetrag an einem einzelnen Tag, 5,2 Millionen Euro im Jahr 2024, entspricht etwa 1,1 % von 470 Millionen. Eine grobe Rechnung: 0,54 % dieser Durchschnitte sind rund 1,7 Millionen Euro im Jahr 2023 und 2,5 Millionen Euro im Jahr 2024. Diese Beträge nennt die Mitteilung selbst nicht.
Der Fehlbetrag wurde Ende Juni 2024 entdeckt und laut Mitteilung sofort aufgefüllt. Die Lösung für das zugrunde liegende Problem folgte im Oktober 2024; die nicht berücksichtigten Beträge wurden im selben Monat korrigiert.
Auslagerung und Meldepflicht
Neben dem Kundengeld kritisiert die Zentralbank die Unternehmensführung. Coinbase Ireland lagerte die Überwachung der Kundengelder mehr als vier Jahre lang an eine US-Gesellschaft der Gruppe aus, ohne ausreichende eigene Aufsicht und Fachkenntnis in Irland. Die Zentralbank hatte eine Verbesserung bereits in Schreiben an alle E-Geld-Institute (9. Dezember 2021 und 20. Januar 2023) und in Schreiben an Coinbase Ireland selbst (14. Juli 2022 und 27. März 2023) verlangt. Erst im Dezember 2024, nach einer im Mai 2024 begonnenen Prüfung, gab es einen benannten Verantwortlichen für die Kundengelder.
Hinzu kommt ein zweiter Punkt: Coinbase Ireland meldete Änderungen bei der Verwahrung nicht oder nicht rechtzeitig. So mussten Dollar-Einzahlungen zunächst auf Konten in den USA gehen, und rund 30 Geschäftskunden wurden auf ein US-Konto von Coinbase Inc. geleitet. Das stand nicht in dem Plan, auf dem die Zulassung beruhte. Am 12. März 2023 ging die Signature Bank in die Insolvenz; laut Mitteilung führte das nicht zu einem Verlust von Kundengeld von Coinbase Ireland. Die Zentralbank nennt die unterlassene Meldung der Änderungen „completely unacceptable“. Nach Angaben der Zentralbank ist dies ihr 164. Durchsetzungsergebnis, und alle Geldstrafen der Zentralbank zusammen belaufen sich auf mehr als 432 Millionen Euro.
Was Coinbase sagt
Laut CoinDesk (22. Oktober) schreibt Coinbase: „No customer suffered any financial loss as a result of these matters, and no customer was ever unable to access their funds.“ Coinbase räumt laut dieser Quelle ein, dass es dreißig Kunden auf ein anderes Konto leitete, nachdem Silvergate 2023 zusammengebrochen war, und dass das Geld dort zusammen mit dem Geld von Kunden einer anderen Coinbase-Gesellschaft lag. Die Mitteilung selbst sagt: „no evidence of actual consumer detriment“ (kein Hinweis darauf, dass Kunden tatsächlich Schaden erlitten), mit dem Vorbehalt, dass Kunden Schaden hätten erleiden können, wenn Coinbase Ireland in diesem Zeitraum insolvent geworden wäre.
Um welche Coinbase-Gesellschaft geht es?
Es geht um die E-Geld-Gesellschaft, nicht um die Gesellschaft, die Kryptowerte verwahrt. Die irischen Registrierungen von Coinbase für Krypto-Dienstleistungen erloschen am 31. Dezember 2025. Das Unternehmen brachte diese Tätigkeiten in einer Gesellschaft in Luxemburg mit MiCA-Zulassung unter. Laut Register der europäischen Aufsichtsbehörde ESMA (Stand 16. Oktober 2026) ist das die Coinbase Luxembourg S.A., seit dem 20. Juni 2025 von der luxemburgischen Aufsicht CSSF zugelassen. Die irische Zentralbank schreibt, dass die Gruppe von Irland aus keinen Krypto-Dienstleister mehr betreibt. Was dieser Artikel nicht sagen kann: welche Gesellschaft dein Euro-Guthaben bei Coinbase hält. Wie die luxemburgische Gesellschaft und das irische E-Geld-Institut zusammenarbeiten, steht nicht in der Mitteilung. Wie das MiCA-Register funktioniert und warum eine Anzeige etwas anderes ist als eine Zulassung, liest du in unserem Beitrag zu Zulassung oder Anzeige. Alle zugelassenen Anbieter findest du in unserem MiCA-Zulassungsregister.
Was bedeutet das für dich als Anleger in Europa?
Du hast ein Euro-Guthaben bei Coinbase. Die Zentralbank schreibt, dass es keinen Hinweis darauf gibt, dass Kunden tatsächlich Schaden erlitten haben, und Coinbase sagt dasselbe. Das Risiko, das sie beschreibt, ist, dass eine Insolvenz im beschriebenen Zeitraum zu einem Verlust hätte führen können. Die festgestellten Mängel sind laut Mitteilung behoben; der letzte (die 33 Kunden mit Zugang zum Konto von Coinbase UK) wurde am 19. August 2025 abgeschlossen.
Du lässt Euro auf der Plattform liegen. Die Strafe zeigt, dass eine Kontrolle auf dem Papier und die Praxis eine Zeit lang auseinanderlaufen können. Wer nicht möchte, dass Euro lange dort liegen, kann sie auf das eigene Bankkonto zurückbuchen. Das ist eine Entscheidung, keine Empfehlung.
Du lässt Kryptowerte auf der Plattform liegen. Dieser Beschluss betrifft E-Geld in Euro, nicht die Kryptowerte selbst. Wenn du Kryptowerte außerhalb jeder Plattform halten möchtest, erfährst du in unserem Leitfaden zur Wahl einer Wallet, welche Möglichkeiten es gibt und wofür du dann selbst verantwortlich wirst.
Du musst vor dem 30. Oktober noch etwas erledigen. Das hat mit dieser Strafe nichts zu tun: Coinbase wandelt an diesem Tag verbleibende Guthaben in USDT und anderen Stablecoins in USDC um. Was du tun kannst, liest du in unserem Beitrag zu USDT bei Coinbase.
Je nach Land. Die Strafe stammt von der irischen Zentralbank und gilt für die irische Gesellschaft. Eine Regel in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal oder Polen ändert sich dadurch nicht, soweit wir in den Unterlagen sehen.
Was noch nicht feststeht
- Die Bestätigung durch den High Court. Erst dann gelten die Sanktionen. Der High Court bestätigt, es sei denn, er hält die Strafe für „manifestly disproportionate“. Wann das geschieht, steht nicht in den Unterlagen.
- Wer genau betroffen ist. Dass der Fehlbetrag bestand, steht fest. Wie viele Kunden dadurch einem Risiko ausgesetzt waren und aus welchen Ländern, nennt die Mitteilung nicht.
- Welche Gesellschaft dein Euro-Guthaben hält. Die Mitteilung nennt Coinbase Ireland als E-Geld-Institut für den EWR. Ob das für alle Länder noch so ist, konnten wir bei Coinbase nicht nachlesen.
- Der Unterschied zwischen den Quellen. Pressemitteilungen nennen teils einen anderen Zeitraum (2020 bis 2025) als die Mitteilung (1. November 2020 bis 19. August 2025). Dieser Beitrag folgt der Mitteilung.
- Was Coinbase sonst dazu sagt. Wir zitieren Coinbase über CoinDesk; eine eigene Erklärung von Coinbase haben wir nicht geöffnet.
Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Krypto kann stark an Wert verlieren, und du kannst deinen gesamten Einsatz verlieren.
Häufige Fragen
Ist mein Geld bei Coinbase nach dieser Strafe sicher?
Die Zentralbank sieht keinen Hinweis darauf, dass Kunden tatsächlich Schaden erlitten haben. Sie stellt fest, dass das Geld nicht immer sauber getrennt war und dass das bei einer Insolvenz ein Problem hätte sein können. Coinbase sagt, dass niemand Schaden erlitten habe oder nicht an sein Geld gekommen sei.
Wie hoch ist die Strafe gegen Coinbase in Irland?
3.252.618 Euro, nach 30 % Vergleichsrabatt auf 4.646.597 Euro, plus eine Rüge. Der High Court muss die Sanktionen noch bestätigen.
Betrifft die Strafe meine Kryptowerte oder meine Euro?
Die Euro: Die Gesellschaft ist ein E-Geld-Institut. Die Krypto-Dienste von Coinbase in Europa liegen laut ESMA-Register bei der Coinbase Luxembourg S.A., zugelassen von der CSSF.
Was ist ein E-Geld-Institut und was ist Safeguarding?
Ein E-Geld-Institut gibt elektronisches Geld im Austausch gegen gewöhnliches Geld aus. Safeguarding ist die Pflicht, dieses Geld jeden Tag getrennt vom eigenen Geld auf einem gesonderten Bankkonto zu halten.
Quellen
Gelesen am 25. Oktober 2026.
- Central Bank of Ireland: Pressemitteilung „The Central Bank takes enforcement action against Coinbase Ireland“, 22. Oktober 2026.
- Central Bank of Ireland: Settlement Notice an Coinbase Ireland Limited, 21. Oktober 2026, Punkte 1–8, 17–27, 31–48 und die Anmerkung zu den Definitionen.
- CoinDesk, 22. Oktober 2026: Erklärung von Coinbase.
- ESMA: vorläufiges MiCA-Register, CASP-Register, Stand 16. Oktober 2026, Zeile Coinbase Luxembourg S.A.