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Lernen · Bitcoin

Was ist Bitcoin? Funktion, Entstehung und Geschichte

Bitcoin ist Geld, das es nur digital gibt, ohne Bank, Firma oder Staat, die darüber bestimmen. Hier erfährst du, wie es funktioniert, wer es erfunden hat und was seit 2008 passiert ist, mit Zahlen, die live mitlaufen.

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live

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72.488 €

Letzter Block

971.893

Bitcoin im Umlauf

20.099.668

95,71 % von 21 Millionen

Noch zu schürfen

900.332

Rechenleistung des Netzwerks

1.035 EH/s

Nächstes Halving

≈ Apr 2028

bei Block 1.050.000, noch 78.107 Blöcke

Blocknummer über mempool.space, Kurs (CoinGecko) und Rechenleistung aus unserer eigenen Datenbank. Das Datum des Halvings ist eine Schätzung: zehn Minuten pro Block.

Kurz gesagt

  • Digitales Geld ohne Chef. Bitcoin hat keinen Herausgeber und keinen zentralen Server. Das Netzwerk läuft seit dem 3. Januar 2009, ohne ein einziges Mal ausgefallen zu sein.
  • Nie mehr als 21 Millionen. Über 95 % gibt es schon. Der letzte Bitcoin kommt um 2140.
  • Jeder kann reinschauen. Jede Transaktion steht in einem öffentlichen Register, der Blockchain. Namen stehen nicht drin, Adressen schon.
  • Wer den Schlüssel hat, hat die Coins. Weg ist weg, und einen verlorenen Schlüssel holt dir niemand zurück.
  • Erfunden von Satoshi Nakamoto. Das ist ein Pseudonym; wer dahintersteckt, weiß niemand sicher.
  • Der Kurs geht kräftig rauf und runter. Bitcoin kann in kurzer Zeit stark steigen und stark fallen. Ein Sparkonto ist das nicht.

Was ist Bitcoin eigentlich?

Mit Bitcoin sind eigentlich zwei Dinge gemeint: das Netzwerk, also die Software, die Regeln und die Computer, auf denen das läuft, und die Währung, die über dieses Netzwerk geht, kurz BTC. Im Englischen schreibt man das Netzwerk groß (Bitcoin) und die Münze klein (bitcoin).

Und was ist anders als beim Geld auf deinem Bankkonto? Es geht darum, wer die Bücher führt. Bei einer Bank macht das die Bank: Sie entscheidet, ob deine Überweisung durchgeht, und kann dein Konto sperren. Bei Bitcoin führen Tausende Computer auf der ganzen Welt, sogenannte Nodes, alle dieselben Bücher und kontrollieren sich gegenseitig. Es gibt kein Büro, keinen Chef und keinen Ausschalter.

Sein Erfinder nannte es im Titel des Whitepapers ein elektronisches Peer-to-Peer-Geldsystem. Auf gut Deutsch: Geld, das du direkt an jemand anderen schickst, ohne Mittelsmann, der Ja sagen muss.

Wie funktioniert Bitcoin?

Die Blockchain: ein öffentliches Kassenbuch

Alle Transaktionen landen in Blöcken. Ungefähr alle zehn Minuten kommt ein neuer Block dazu, und jeder Block zeigt auf den davor. So entsteht eine Kette, die bis zum allerersten Block vom 3. Januar 2009 zurückreicht. Wer einen alten Block fälschen will, müsste alle Blöcke danach neu bauen, und das auch noch schneller als der Rest des Netzwerks. Deshalb gilt eine Transaktion mit ein paar Blöcken obendrauf als endgültig.

Mining: Wer darf den nächsten Block bauen?

Neue Blöcke bauen die Miner. Ihre Computer probieren Billionen Mal pro Sekunde, eine Zahl zu finden, die eine knifflige Bedingung erfüllt. Das nennt man Proof of Work. Wer zuerst trifft, hängt den Block an und kassiert die Belohnung: seit April 2024 sind das 3,125 neue Bitcoin, plus die Transaktionsgebühren in diesem Block. So kommen neue Bitcoin in die Welt. Und so kostet ein Angriff auf das Netzwerk genauso viel Strom und Hardware wie sein Schutz. Wie das in der Praxis läuft, auch zu Hause, liest du unter Mining erklärt.

Schlüssel und Adressen

Deine Bitcoin liegen nicht in einer App oder auf einer Karte. Sie stehen auf der Blockchain, an einer Adresse. Wer den privaten Schlüssel zu dieser Adresse hat, kann sie ausgeben. Eine Wallet bewahrt diesen Schlüssel für dich auf, meist als Liste von 12 oder 24 Wörtern: die Seed-Phrase. Verloren und kein Backup? Dann kann dir niemand helfen. Jemandem gezeigt? Dann kann er alles mitnehmen. Den Unterschied zwischen Aufbewahren auf einer Exchange und in deiner eigenen Wallet erklärt unser Anfänger-Guide.

Nodes: Wer passt auf die Regeln auf?

Eine Node ist ein Computer mit der kompletten Blockchain, der jede Transaktion und jeden Block selbst prüft. Will ein Miner einen Block mit zu viel Belohnung anhängen, oder mit Coins, die schon ausgegeben sind, lehnen die Nodes ihn ab. Jeder kann eine Node betreiben, auf einem normalen Computer oder einem kleinen Kästchen zu Hause. Darum kann auch ein großer Miner die Regeln nicht im Alleingang ändern.

Satoshis: Bitcoin in kleinen Stücken

Einen Bitcoin kannst du bis auf acht Nachkommastellen aufteilen. Das kleinste Stück heißt Satoshi: 1 Bitcoin sind 100.000.000 Satoshi. Du musst also keinen ganzen Bitcoin kaufen. Was ein Betrag in Euro wert ist, rechnest du mit unserem Umrechner aus.

Woher kommt Bitcoin?

Am 31. Oktober 2008 schickte jemand, der sich Satoshi Nakamoto nannte, eine Nachricht an eine Mailingliste über Kryptografie: Bitcoin P2P e-cash paper. Dabei war ein neunseitiges Dokument, das Whitepaper, mit einem Plan für elektronisches Geld, bei dem du niemandem vertrauen musst.

Die Idee kam nicht aus heiterem Himmel. Kryptografen versuchten schon seit Jahren, digitales Geld zu bauen, und das Whitepaper nennt selbst b-money von Wei Dai und Hashcash von Adam Back, ein System, das Spam mit Rechenarbeit bremste. Von Hashcash stammt die Idee des Proof of Work. Was immer fehlte: ein Weg, damit niemand dieselbe digitale Münze zweimal ausgibt, ohne dass eine zentrale Stelle die Bücher führt. Bitcoin hat das gelöst, indem es Blockchain und Mining kombiniert.

Und das Timing war auffällig. Im ersten Block, dem Genesis-Block vom 3. Januar 2009, steht eine Schlagzeile aus der Times von diesem Tag: „Chancellor on brink of second bailout for banks“. Es ging um eine zweite Rettungsaktion für britische Banken, mitten in der Finanzkrise. Zeitstempel oder Statement? Satoshi hat es nie gesagt. Die Schlagzeile steht bis heute drin, für jeden lesbar.

Am 8. Januar 2009 kam die erste Version der Software raus, Bitcoin v0.1. Vier Tage später, in Block 170, schickte Satoshi 10 Bitcoin an den Programmierer Hal Finney: die erste Transaktion zwischen zwei Menschen. Finney hat später darüber geschrieben.

Wer ist Satoshi Nakamoto?

Niemand weiß es sicher. Satoshi Nakamoto ist ein Pseudonym; dahinter kann eine Person stecken oder eine Gruppe. Satoshi arbeitete bis Ende 2010 an der Software und im Forum mit, schrieb im Dezember 2010 den letzten Forumsbeitrag und überließ das Projekt danach anderen Entwicklern.

Was feststeht, steht in der Blockchain. In den ersten Monaten hat ein einziger Miner sehr viele Blöcke geschürft, höchstwahrscheinlich Satoshi selbst. Der Forscher Sergio Lerner hat 2013 geschätzt, dass es um ungefähr eine Million Bitcoin geht. Soweit bekannt, wurden diese Coins nie angerührt.

Schon viele Leute wurden als Satoshi gehandelt, und ein paar haben es selbst behauptet. Der bekannteste, der Australier Craig Wright, hat darüber einen Prozess in London verloren. Der High Court entschied, dass er das Whitepaper nicht geschrieben und Bitcoin nicht erfunden hat (Urteil vom 20. Mai 2024).

Dass der Erfinder unbekannt ist und seine Coins liegen lässt, passt eigentlich gut zur Idee: Bitcoin hängt an keiner einzelnen Person.

Zeitleiste: vom Whitepaper bis heute

Die wichtigsten Momente, wo es geht mit dem Block, in dem sie festgehalten sind.

  1. 31. Okt. 2008

    Das Whitepaper

    Satoshi Nakamoto stellt den Plan für Bitcoin auf eine Mailingliste über Kryptografie.

  2. 3. Jan. 2009

    Der Genesis-Block

    Block 0 mit der Schlagzeile aus der Times. Die 50 Bitcoin aus diesem Block kann niemand je ausgeben.

  3. 12. Jan. 2009

    Die erste Transaktion

    In Block 170 schickt Satoshi 10 Bitcoin an Hal Finney.

  4. 22. Mai 2010

    Bitcoin Pizza Day

    Laszlo Hanyecz zahlt 10.000 Bitcoin für zwei Pizzen, einer der ersten Einkäufe mit Bitcoin.

  5. Dez. 2010

    Satoshi hört auf

    Der letzte Forumsbeitrag; andere Entwickler übernehmen.

  6. 28. Nov. 2012

    Erstes Halving

    Block 210.000: Die Belohnung sinkt von 50 auf 25 Bitcoin.

  7. 9. Juli 2016

    Zweites Halving

    Block 420.000: von 25 auf 12,5 Bitcoin.

  8. 1. Aug. 2017

    Bitcoin Cash spaltet sich ab

    Nach Block 478.558 macht eine Gruppe mit größeren Blöcken als eigene Währung weiter: Bitcoin Cash.

  9. 24. Aug. 2017

    SegWit

    Ab Block 481.824 passen mehr Transaktionen in einen Block, und das Lightning-Netzwerk wird möglich.

  10. 11. Mai 2020

    Drittes Halving

    Block 630.000: von 12,5 auf 6,25 Bitcoin.

  11. 14. Nov. 2021

    Taproot

    Ab Block 709.632: mehr Privatsphäre, und komplizierte Transaktionen brauchen weniger Platz.

  12. 10. Jan. 2024

    Bitcoin-ETFs in den USA

    Die US-Börsenaufsicht SEC lässt elf börsengehandelte Fonds zu, die selbst Bitcoin halten.

  13. 20. Apr. 2024

    Viertes Halving

    Block 840.000: von 6,25 auf 3,125 Bitcoin.

  14. 30. Dez. 2024

    MiCA gilt komplett

    Firmen, die in der EU Krypto-Dienste anbieten, brauchen eine Zulassung.

  15. 9. März 2026

    20 Millionen

    Mit Block 940.000 ist der 20-millionste Bitcoin geschürft.

  16. etwa Apr. 2028

    Fünftes Halving

    Block 1.050.000: von 3,125 auf 1,5625 Bitcoin. Was das bedeutet.

  17. etwa 2140

    Der letzte Bitcoin

    Danach kommen keine neuen mehr dazu.

Warum es nie mehr als 21 Millionen geben wird

Wie viele Bitcoin es je geben wird, steht fest in der Software. Alle 210.000 Blöcke, also etwa alle vier Jahre, halbiert sich die Belohnung für einen neuen Block: das Halving. 2009 waren es 50 Bitcoin, heute sind es 3,125. Rechnest du alle Belohnungen zusammen, landest du knapp unter 21 Millionen: 20.999.999,9769 Bitcoin.

Wie viele Bitcoin pro Epoche dazukommen

Jede Zeile ist eine Epoche von 210.000 Blöcken, etwa vier Jahre. Die Belohnung pro Block halbiert sich jedes Mal, und damit auch die Zahl neuer Bitcoin.

  1. 2009–201250 pro Block10.500.000 neu
  2. 2012–201625 pro Block5.250.000 neu
  3. 2016–202012,5 pro Block2.625.000 neu
  4. 2020–20246,25 pro Block1.312.500 neu
  5. 2024–20283,125 pro Block656.250 neuläuft gerade: 412.168 geschürft
  6. 2028–20321,5625 pro Block328.125 neu
  7. 2032–2140weniger als 1 pro Block328.125 neu

Weil sich die Belohnung immer wieder halbiert, ist das meiste schon geschürft: die Hälfte nach den ersten vier Jahren, heute über 95 %. Der Rest tröpfelt immer langsamer rein, bis etwa 2140. Danach verdienen Miner nur noch an den Transaktionsgebühren.

In der Praxis sind weniger Bitcoin wirklich nutzbar. Coins auf Adressen, deren Schlüssel verloren ist, liegen da für immer; wie viele das sind, weiß niemand genau. Und könnten die 21 Millionen steigen? Nur wenn fast alle Nodes eine Software nutzen, die das erlaubt. Dafür gibt es kaum Rückhalt, denn für viele ist genau diese feste Menge der Grund, Bitcoin zu halten.

Warum der Kurs so schwankt

Bitcoin hat keinen festen Wert. Der Preis entsteht auf Exchanges, wo Käufer und Verkäufer zusammenkommen. Keine Zentralbank steuert gegen, und es kommen nicht mehr oder weniger Bitcoin dazu, wenn sich die Nachfrage ändert: 3,125 alle zehn Minuten, egal was der Preis macht.

Darum reagiert der Kurs stark auf Nachrichten, Regeln, Zinsen und Stimmung. Große Sprünge nach oben und unten in kurzer Zeit gehören zu Bitcoin dazu. Wenn du einsteigst, solltest du einen kräftigen Absturz aussitzen können, ohne das Geld zu brauchen. Wie der Trend gerade aussieht, zeigt unser Marktregime-Barometer. Eine Prognose ist das nicht, und das hier ist keine Anlageberatung.

Bitcoin in Europa: Regeln und Steuern

Bitcoin selbst hat keinen Herausgeber, also gibt es auch niemanden, der für die Münze eine Zulassung beantragen könnte. Die EU-Regeln zielen auf die Firmen drumherum. Seit dem 30. Dezember 2024 gilt das europäische Kryptogesetz MiCA (Verordnung (EU) 2023/1114) vollständig. Eine Firma, die Krypto-Dienste anbietet, braucht seitdem eine Zulassung von einer Aufsichtsbehörde in einem EU-Land und darf damit in der ganzen EU arbeiten. Firmen, die schon aktiv waren, haben höchstens bis zum 1. Juli 2026 Zeit.

Welche Plattformen eine Zulassung haben, schaust du in unserem Zulassungsregister nach; mehr zu den Regeln selbst steht im MiCA-Dossier. Bei den Steuern kommt es aufs Land an: Mal zahlst du auf deinen Gewinn beim Verkauf, mal auf den Wert deines Bestands. Land für Land steht das in unserer Übersicht zu Krypto-Steuern in Europa.

Die Risiken, ehrlich aufgezählt

  • Kursrisiko. Der Wert kann in kurzer Zeit stark fallen. Steig nur mit Geld ein, das du entbehren kannst.
  • Keine Rückbuchung. Weg ist weg. Einen Tippfehler in der Adresse oder eine Zahlung an einen Betrüger bekommst du nicht zurück.
  • Schlüssel verloren. Kein Backup deiner Seed-Phrase? Dann sind deine Bitcoin weg, und niemand holt sie zurück.
  • Betrug. Versprechen fester Renditen, sogenannte Verdoppler und Fake-Apps gibt es massenhaft. Ein seriöser Anbieter fragt nie nach deiner Seed-Phrase.
  • Plattformrisiko. Lässt du deine Bitcoin auf einer Exchange liegen, vertraust du dieser Firma. Nimm eine Plattform mit MiCA-Zulassung und denk bei größeren Beträgen an eine eigene Wallet.

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Häufige Fragen

Wer hat Bitcoin erfunden?

Jemand mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto, der 2008 das Whitepaper veröffentlicht hat. Wer das ist, weiß niemand sicher.

Wie viele Bitcoin gibt es?

Es wird nie mehr als 21 Millionen geben. Gerade sind es gut 20 Millionen; die genaue Zahl siehst du live oben auf dieser Seite.

Wann wird der letzte Bitcoin geschürft?

Um 2140. Die Belohnung halbiert sich alle vier Jahre, deshalb kommen die letzten Bitcoin immer langsamer dazu.

Was ist ein Satoshi?

Das kleinste Stück eines Bitcoins: ein Hundertmillionstel. 1 Bitcoin sind 100.000.000 Satoshi.

Ist Bitcoin in der EU legal?

Ja. Du darfst Bitcoin besitzen und nutzen. Firmen, die Bitcoin für dich kaufen, verkaufen oder verwahren, brauchen seit MiCA allerdings eine Zulassung.

Kann Bitcoin gehackt werden?

Das größte Risiko ist nicht das Netzwerk, sondern wie du deine Bitcoin aufbewahrst: Exchanges und Wallets werden gehackt, und Leute werden abgezockt. Pass gut auf deine Schlüssel auf und nimm eine Plattform mit Zulassung.

Was ist der Unterschied zwischen Bitcoin und bitcoin?

Im Englischen steht Bitcoin mit großem B für das Netzwerk und bitcoin mit kleinem b für die Münze. Im Deutschen schreibt man beides groß.

Wann ist das nächste Halving?

Bei Block 1.050.000, voraussichtlich im April 2028. Die aktuelle Schätzung steht oben auf dieser Seite.

Quellen

Alle Quellen gelesen am 17. Oktober 2026.