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Lernen · Ethereum

Was ist Ethereum? Ether, Smart Contracts und wie es funktioniert

Ethereum ist eine Blockchain, auf der du nicht nur Geld verschicken, sondern auch Programme laufen lassen kannst. Hier erfährst du, wie das funktioniert, wofür Ether da ist und was seit 2013 passiert ist.

Ethereum in Zahlen

Kurs

2.140 €

Live seit

30. Juli 2015

Proof of Stake seit

15. Sept. 2022

Ein neuer Block

alle 12 s

Eigener Validator ab

32 ETH

Kleinste Einheit

1 wei

1 Wei = 0,000000000000000001 ETH

Kurs (CoinGecko) aus unserer eigenen Datenbank, viertelstündlich aktualisiert. Die anderen Zahlen stammen von ethereum.org.

Kurz gesagt

  • Ein Computer, der allen gehört. Auf Ethereum laufen Programme, sogenannte Smart Contracts, die niemand anhalten oder heimlich ändern kann.
  • Ether ist der Treibstoff. Alles, was du auf Ethereum machst, kostet ein bisschen Ether (ETH) an Transaktionsgebühren. Das nennt man Gas.
  • Seit 2022 ohne Mining. Am 15. September 2022 ist Ethereum auf Proof of Stake umgestiegen. Der Stromverbrauch sank laut einer Schätzung um mehr als 99,9 %.
  • Keine feste Obergrenze. Anders als bei Bitcoin steht die Zahl der Ether nicht fest. Es kommen welche dazu, und es werden welche verbrannt.
  • Erfunden von Vitalik Buterin. Er hat die Idee Ende 2013 beschrieben; das Netzwerk ging am 30. Juli 2015 live.
  • Der Kurs geht kräftig rauf und runter. Ether schwankt genauso stark wie Bitcoin, manchmal stärker.

Was ist Ethereum eigentlich?

Ethereum ist eine Blockchain, genau wie Bitcoin: ein öffentliches Register, das Tausende Computer gleichzeitig führen. Der große Unterschied? Auf Ethereum kannst du auch Programme ablegen. Die heißen Smart Contracts. Sie tun genau das, was drinsteht, für alle, ohne dass eine Firma dazwischensitzt.

Deshalb ist Ethereum mehr als Geld. Darauf laufen Exchanges ohne Firma dahinter (DeFi), Stablecoins wie USDC und EURC und noch viel mehr. Ethereum ist das Netzwerk; Ether (ETH) ist die Münze, die du brauchst, um es zu nutzen.

Wie funktioniert Ethereum?

Smart Contracts: Programme, die niemand anhalten kann

Ein Smart Contract ist ein Stück Code auf der Blockchain. Schickst du ihm etwas, führt das Netzwerk aus, was drinsteht. Zum Beispiel: Gib dieser Person Coin A im Tausch gegen Coin B. Niemand muss das absegnen, und niemand kann es auf halbem Weg stoppen. Praktisch, aber auch riskant: Steckt ein Fehler im Code, kann jeder ihn ausnutzen.

Ether und Gas: Bezahlen für Rechenarbeit

Alles, was du auf Ethereum machst, kostet Rechenarbeit. Dafür zahlst du Transaktionsgebühren in Ether: Gas. Je voller das Netzwerk, desto teurer. Seit dem London-Upgrade im August 2021 wird ein Teil dieser Gebühren verbrannt; dieser Ether ist danach für immer weg. Gasgebühren siehst du oft in Gwei, einem Milliardstel Ether.

Proof of Stake: Validatoren statt Miner

Bis September 2022 lief Ethereum wie Bitcoin mit Minern. Seit The Merge bauen Validatoren die Blöcke. Sie hinterlegen Ether als Pfand. Machst du ehrlich mit, bekommst du eine Belohnung; schummelst du, verlierst du einen Teil deines Einsatzes. Alle zwölf Sekunden kommt ein Block dazu. Selbst Validator werden kannst du ab 32 ETH, mit einem Computer, der immer läuft. Mit weniger machst du über eine Plattform mit; was das bringt und welche Risiken es gibt, liest du unter Staking erklärt.

Layer 2: günstiger über eine Nebenstraße

Weil Ethereum selbst voll und teuer sein kann, gibt es Layer-2-Netzwerke wie Arbitrum, Optimism und Base. Sie bündeln jede Menge Transaktionen und schreiben nur das Endergebnis auf Ethereum. Seit dem Dencun-Upgrade im März 2024 ist das deutlich günstiger.

Woher kommt Ethereum?

Ende 2013 schrieb der Programmierer Vitalik Buterin ein Whitepaper über eine Blockchain, auf der du nicht nur Geld unterbringen kannst, sondern auch Programme. Bitcoin war ihm dafür zu eingeschränkt. Zusammen mit einer Gruppe von Mitgründern baute er Ethereum, und am 30. Juli 2015 ging das Netzwerk mit einer ersten, abgespeckten Version live: Frontier.

Ein Jahr später ging etwas schief. The DAO, eine Art Investmentfonds als Smart Contract, wurde über einen Fehler im Code leergeräumt. Um das Geld zurückzuholen, beschloss die Mehrheit, die Blockchain anzupassen: der DAO-Fork vom 20. Juli 2016. Eine Gruppe war dagegen und machte auf der alten Kette weiter. Die heißt heute Ethereum Classic.

Die größte Änderung kam am 15. September 2022: The Merge. Ethereum hörte mit dem Mining auf und stieg auf Proof of Stake um. Laut einer Schätzung des Forschungsunternehmens CCRI sank der Stromverbrauch dadurch um mehr als 99,988 % (ethereum.org). Danach folgten Upgrades, die Staking flexibler und Layer 2 günstiger gemacht haben.

Zeitleiste: vom Whitepaper bis heute

Die wichtigsten Momente, mit dem Datum, an dem sie live gingen.

  1. 27. Nov. 2013

    Das Whitepaper

    Vitalik Buterin beschreibt die Idee von Ethereum.

  2. 30. Juli 2015

    Frontier

    Ethereum geht live, zuerst vor allem für Entwickler.

  3. 20. Juli 2016

    Der DAO-Fork

    Nach dem Hack von The DAO wird die Kette angepasst; Ethereum Classic macht getrennt weiter.

  4. 1. Dez. 2020

    Beacon Chain

    Die Proof-of-Stake-Kette startet neben dem alten Netzwerk.

  5. 5. Aug. 2021

    London

    Ein Teil der Transaktionsgebühren wird ab jetzt verbrannt.

  6. 15. Sept. 2022

    The Merge

    Ethereum steigt auf Proof of Stake um. Mining ist vorbei.

  7. 12. Apr. 2023

    Shapella

    Gestakter Ether lässt sich wieder abheben.

  8. 13. März 2024

    Dencun

    Layer 2 wird deutlich günstiger.

  9. 7. Mai 2025

    Pectra

    Staking wird flexibler, und normale Wallets bekommen schlauere Funktionen.

  10. 3. Dez. 2025

    Fusaka

    Mehr Platz für die Daten von Layer-2-Netzwerken.

  11. demnächst

    Glamsterdam

    Das nächste Upgrade ist schon in Arbeit. Was sich ändert.

Ethereum oder Bitcoin: Was ist der Unterschied?

Bitcoin will vor allem gutes Geld sein: einfach, berechenbar und nie mehr als 21 Millionen Coins. Ethereum ist eher eine Plattform: Du kannst alles Mögliche darauf bauen, und die Regeln ändern sich öfter durch Upgrades. Bitcoin läuft mit Mining, Ethereum mit Staking. Und während die Zahl der Bitcoin feststeht, hat Ether keine feste Obergrenze.

Welcher der beiden zu dir passt, oder ob es beide sind, liest du in Bitcoin oder Ethereum kaufen?. Mehr zu Bitcoin selbst steht unter Was ist Bitcoin?.

Ethereum in Europa: Regeln und Steuern

Wie bei Bitcoin gibt es auch für Ether selbst keinen Herausgeber, der eine Zulassung bräuchte. Das europäische Kryptogesetz MiCA gilt aber für die Firmen, die Ether für dich kaufen oder verwahren: Die brauchen eine Zulassung. Welche Plattformen eine haben, siehst du in unserem Zulassungsregister.

Wie Belohnungen aus dem Staking besteuert werden, hängt vom Land ab. Das steht in unserer Übersicht zu Krypto-Steuern in Europa.

Die Risiken, ehrlich aufgezählt

  • Kursrisiko. Der Wert kann in kurzer Zeit stark fallen. Steig nur mit Geld ein, das du entbehren kannst.
  • Fehler in Smart Contracts. Ein Fehler im Code kann Geld kosten, und rückgängig machen lässt sich nichts.
  • Fake-Seiten und Freigaben. Eine Fake-Seite lässt dich einen Contract freigeben, der danach deine Wallet leerräumt. Unterschreib nie etwas, das du nicht verstehst.
  • Hohe Gebühren bei Andrang. Wenn viel los ist, kann eine einfache Transaktion ordentlich Gas kosten.
  • Staking-Risiko. Über eine Plattform vertraust du dieser Firma, und als Validator kannst du bei Fehlern einen Teil deines Einsatzes verlieren.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Ethereum und Ether?

Ethereum ist das Netzwerk, Ether (ETH) ist die Münze, mit der du bezahlst, um es zu nutzen.

Wer hat Ethereum erfunden?

Vitalik Buterin, der Ende 2013 das Whitepaper geschrieben hat. Er hat es zusammen mit einer Gruppe von Mitgründern gebaut; das Netzwerk ging im Juli 2015 live.

Kann man Ether noch minen?

Nein. Seit The Merge am 15. September 2022 läuft Ethereum mit Proof of Stake. Die Blöcke bauen Validatoren, keine Miner mehr.

Wie viel Ether gibt es?

Es gibt keine feste Obergrenze. Validatoren bekommen neuen Ether als Belohnung, und ein Teil der Transaktionsgebühren wird verbrannt. Was unterm Strich übrig bleibt, entscheidet, ob die Menge wächst oder schrumpft.

Was ist Gas?

Die Transaktionsgebühren bei Ethereum. Du zahlst sie in Ether, und sie steigen, wenn viel los ist.

Was ist Staking?

Ether festlegen, um das Netzwerk mit abzusichern, gegen eine Belohnung. Selbst machen kannst du das ab 32 ETH; mit weniger geht es über eine Plattform.

Ist Ether in der EU legal?

Ja. Firmen, die Ether für dich kaufen oder verwahren, brauchen unter MiCA allerdings eine Zulassung.

Quellen

Alle Quellen gelesen am 17. Oktober 2026.