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Prop Trading · Quellen abgerufen am 1. November 2026

Prop Trading in Deutschland: Steuern, Gewerbe und was die BaFin sagt

Wie werden Auszahlungen einer Prop Firm versteuert, brauchst du ein Gewerbe, und ist das Ganze in Deutschland erlaubt? Hier findest du, was Gesetz, BaFin und Finanzverwaltung dazu hergeben, was offen ist und was bei Kraken Prop anders läuft, zu jedem Punkt mit Quelle.

Ist Prop Trading in Deutschland erlaubt? Was die BaFin sagt

Ein Gesetz, das Prop Trading eigens regelt, gibt es in Deutschland nicht. Eine Verbraucherwarnung, einen Fachartikel oder einen Beitrag im BaFinJournal zu Prop-Firmen oder Funded Accounts haben wir bei der BaFin nicht gefunden (Stand: 1. November 2026).

Am ehesten passt eine Anordnung aus dem Jahr 2021: Die BaFin untersagte dem Betreiber der Plattform tradergy.io den Eigenhandel, weil er nach ihrer Auffassung ohne die nötige Erlaubnis als Gegenpartei in die Aufträge seiner Kunden eintrat. Dort handelten Kunden mit eigenem Geld; um Prop-Firmen ging es nicht. In den Niederlanden warnte die AFM am 30. Januar 2026 vor Ufunded LLC. Auch diese Warnung betraf nicht Kraken Prop.

Kraken selbst schreibt über Kraken Prop: „Dieser Dienst ist nicht reguliert.“ Die Evaluierung läuft über Breakout Trading Group, LLC, das finanzierte Konto über Payward Oceanic Ltd auf den Britischen Jungferninseln. Laut Krakens FAQ ist Kraken Prop in Deutschland verfügbar; ausgenommen sind nur Kanada, Indien und das Vereinigte Königreich.

tritt als Gegenpartei in die Aufträge ihrer Kunden ein
BaFin, 16. August 2021

Wie wird eine Auszahlung versteuert?

Wer in Deutschland wohnt, ist hier unbeschränkt einkommensteuerpflichtig (§ 1 Abs. 1 EStG). Dass die Auszahlung von einer Firma im Ausland kommt, ändert daran nichts. Ein Doppelbesteuerungsabkommen mit den Britischen Jungferninseln gibt es nicht; laut BMF besteht mit ihnen nur ein Abkommen über Amtshilfe und Informationsaustausch.

Zu welcher Einkunftsart eine Auszahlung gehört, ist nicht geklärt. Zu Prop-Firmen haben wir weder ein BMF-Schreiben noch ein Urteil des BFH oder eines Finanzgerichts gefunden. Das Gesetz lässt zwei Möglichkeiten offen; eine dritte passt schlecht:

  • Sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 3 EStG): „Einkünfte aus Leistungen“, die zu keiner anderen Einkunftsart gehören. Unter 256 Euro im Jahr bleiben sie steuerfrei. Das ist eine Freigrenze: Ab 256 Euro ist der volle Betrag steuerpflichtig. Ein Verlust darf nur mit Einkünften derselben Art aus dem Vorjahr oder aus späteren Jahren verrechnet werden, nicht mit deinem Lohn.
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG): eine „selbständige nachhaltige Betätigung“ mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, die sich „als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt“. Dann kann oberhalb des Freibetrags Gewerbesteuer anfallen; ob eine Gewerbeanmeldung nötig ist, richtet sich nach dem Gewerberecht.
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG) mit Abgeltungsteuer passen schlecht: Bei Kraken Prop handelst du nicht mit eigenem Kapital. Eine amtliche Bestätigung dieser Einschätzung gibt es aber nicht.

Was bei Kraken Prop anders ist

Laut Krakens EWR-Bedingungen (Teil S) gilt für alle Signale in der Evaluierung und auf dem finanzierten Konto: „simulated and funds used are virtual“. Als finanzierter Trader wirst du Auftragnehmer (Contractor) von Payward Oceanic Ltd auf den Britischen Jungferninseln, und die Auszahlung wird dir in USD oder USDG auf deinem Kraken-Konto gutgeschrieben.

Ein Auftragnehmer ist kein Arbeitnehmer: Niemand behält Lohnsteuer für dich ein; du gibst die Auszahlung selbst in deiner Steuererklärung an. Ob das Finanzamt das als Gewerbebetrieb oder als sonstige Einkünfte einstuft, steht nicht fest; es hängt davon ab, wie oft und in welchem Umfang du handelst.

Erhältst du USDG und tauschst du sie innerhalb eines Jahres, kann zusätzlich ein privates Veräußerungsgeschäft vorliegen (§ 23 EStG). Gewinne daraus bleiben steuerfrei, solange sie im Jahr insgesamt unter 1.000 Euro liegen. Für Österreich und die Schweiz gelten andere Regeln; diese Seite betrifft nur Deutschland.

Brauchst du ein Gewerbe?

Ob du ein Gewerbe anmelden musst, entscheidet das Gewerberecht. Steuerlich beschreibt § 15 Abs. 2 EStG den Gewerbebetrieb mit vier Merkmalen: selbständig, nachhaltig, mit Gewinnabsicht und als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr. Ob eine einzelne Auszahlung oder regelmäßiges Prop Trading darunterfällt, haben BFH und Finanzverwaltung für Prop-Firmen bisher nicht entschieden. Frag im Zweifel beim Gewerbeamt deiner Gemeinde oder bei einem Steuerberater nach.

Liegt ein Gewerbebetrieb vor, gilt für natürliche Personen bei der Gewerbesteuer ein Freibetrag von 24.500 Euro Gewerbeertrag im Jahr (§ 11 GewStG). Zur Umsatzsteuer: Eine sonstige Leistung an einen Unternehmer gilt dort als erbracht, wo der Empfänger sein Unternehmen betreibt (§ 3a Abs. 2 UStG), bei Kraken Prop also auf den Britischen Jungferninseln. Ob ein finanzierter Trader umsatzsteuerlich überhaupt eine Leistung erbringt, ist aber nicht geklärt.

Noch ein Punkt außerhalb des Steuerrechts: Wer selbständig tätig ist, keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigt und „auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig“ ist, kann rentenversicherungspflichtig sein (§ 2 Satz 1 Nr. 9 SGB VI). Ob das für dich gilt, klärt die Deutsche Rentenversicherung.

Steuererklärung: Fristen und Grenzen

Bist du Arbeitnehmer, musst du eine Steuererklärung abgeben, wenn deine Einkünfte ohne Lohnsteuerabzug zusammen mehr als 410 Euro im Jahr betragen (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG). Sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG bleiben unter 256 Euro im Jahr steuerfrei.

Für 2026 gilt: Ohne Steuerberater endet die Frist am 31. Juli 2027. Weil das ein Samstag ist, verschiebt sie sich auf Montag, den 2. August 2027 (§ 149 Abs. 2 und § 108 Abs. 3 AO). Mit Steuerberater hast du bis zum 29. Februar 2028 Zeit (§ 149 Abs. 3 AO).

Was du aufbewahren solltest

Weil die Einordnung offen ist, hilft dir eine lückenlose Dokumentation, falls das Finanzamt nachfragt:

  • Zu jedem Kauf einer Evaluierung: Datum, Plan, Kontogröße, Preis, Währung und Rabatt.
  • Zu jeder Auszahlung laut deinem Kraken-Verlauf: Datum, Betrag und ob in USD oder USDG.
  • Den Euro-Kurs am Tag des Zuflusses und seine Quelle.
  • Zu jedem späteren Tausch von USDG in Euro: Datum, Betrag und Kurs.
  • Das Funded Trader Agreement und die Fassung der EWR-Bedingungen (Teil S), die bei deinem Kauf galt.
  • Eine kurze Übersicht, wie oft und in welchem Umfang du handelst: Das spielt für die Frage „Gewerbe oder nicht“ eine Rolle.

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Fragen

Wie werden Prop-Trading-Gewinne versteuert?

Das ist nicht geklärt: Ein BMF-Schreiben oder ein Urteil zu Prop-Firmen haben wir nicht gefunden. Infrage kommen sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG oder, bei nachhaltigem Handeln, Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach § 15 EStG. Einkünfte aus Kapitalvermögen passen schlecht, weil du bei Kraken Prop laut den Bedingungen mit virtuellem Geld handelst.

Muss man für Prop Trading ein Gewerbe anmelden?

Nur wenn es sich um ein Gewerbe handelt: selbständig, nachhaltig, mit Gewinnabsicht und als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr. Für das Trading bei Prop-Firmen hat das bisher niemand verbindlich entschieden. Frag im Zweifel beim Gewerbeamt oder bei einem Steuerberater nach.

Bekommt man Auszahlungen auch ohne Gewerbe?

Kraken nennt ein Gewerbe nicht als Voraussetzung: Für das finanzierte Konto verlangt Kraken eine Identitätsverifizierung und das unterschriebene Funded Trader Agreement. Ob steuerlich trotzdem ein Gewerbebetrieb vorliegt, hängt davon ab, wie nachhaltig du handelst. Angeben musst du die Auszahlung so oder so.

Ist Prop Trading in Deutschland erlaubt?

Ein eigenes Gesetz dazu gibt es nicht, und eine Mitteilung der BaFin zu Prop-Firmen haben wir nicht gefunden (Stand: 1. November 2026). Kraken nennt Kraken Prop einen nicht regulierten Dienst außerhalb seiner MiCA-Zulassung und bietet ihn laut FAQ auch in Deutschland an.

Braucht eine Prop Firm eine BaFin-Lizenz?

Das hängt davon ab, was die Firma tatsächlich tut. Im Jahr 2021 untersagte die BaFin einem Plattformbetreiber den Eigenhandel, weil er nach ihrer Auffassung ohne Erlaubnis als Gegenpartei in die Aufträge seiner Kunden eintrat. Zu Prop-Firmen mit simulierten Konten hat sich die BaFin nach unserer Suche nicht geäußert.

Fällt beim Prop Trading Gewerbesteuer an?

Nur wenn ein Gewerbebetrieb vorliegt. Für natürliche Personen gilt dann ein Freibetrag von 24.500 Euro Gewerbeertrag im Jahr (§ 11 GewStG). Bei sonstigen Einkünften nach § 22 Nr. 3 EStG liegt kein Gewerbebetrieb vor.

Kann ich die Challenge-Gebühren absetzen?

Ob sie als Werbungskosten oder als Betriebsausgaben gelten, hängt von der Einordnung ab, und die ist offen. Fest steht: Bei sonstigen Einkünften nach § 22 Nr. 3 EStG darf ein Verlust nur mit Einkünften derselben Art aus dem Vorjahr oder aus späteren Jahren verrechnet werden, nicht mit deinem Lohn.

Bis wann muss die Steuererklärung für 2026 beim Finanzamt sein?

Ohne Steuerberater bis zum 2. August 2027, weil der 31. Juli 2027 ein Samstag ist; mit Steuerberater bis zum 29. Februar 2028. Als Arbeitnehmer musst du eine Erklärung abgeben, wenn deine Einkünfte ohne Lohnsteuerabzug mehr als 410 Euro im Jahr betragen.

Quellen

Das ist keine Steuerberatung: Wie deine Auszahlungen steuerlich zu behandeln sind, klärst du mit deinem Finanzamt oder einem Steuerberater. Gesetze und Fristen können sich ändern; Stand: 1. November 2026.