Stromspeicher und Mining mit Solarüberschuss
Seit dem 25. Februar 2025 erhalten neue Solaranlagen keine Vergütung für Strom, den sie bei negativem Börsenstrompreis einspeisen. Das war 2025 in 573 Stunden der Fall. Sowohl ein Stromspeicher als auch ein kleiner Miner können diesen Überschuss aufnehmen. Hier steht, wie viel ein Speicher fasst, was ein Miner verbraucht und warum Mining mit Überschuss wenig einbringt.
Was in Deutschland gilt
- Ist der Spotmarktpreis negativ, sinkt die Vergütung auf null (§ 51 EEG). Das gilt für Anlagen, die seit dem 25. Februar 2025 in Betrieb sind. Die Viertelstunden ohne Vergütung werden am Ende an den Vergütungszeitraum angehängt.
- Bei Anlagen unter 100 kW greift die Regel erst nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) eingebaut wird. Anlagen unter 2 kW, etwa Balkonkraftwerke, sind vorerst ausgenommen.
- Ein Speicher kann verhindern, dass du bei negativem Preis ohne Vergütung einspeist. Die volle Vergütung für Strom, den du später aus dem Speicher einspeist, behältst du laut Verbraucherzentrale aber nur, wenn ausschließlich Solarstrom in den Speicher geht.
Wie oft war der Strompreis negativ?
Bei viel Sonne und Wind gibt es manchmal mehr Strom als Nachfrage. Dann fällt der Börsenstrompreis unter null. 2025 kam das so oft vor:
| Land | Stunden mit negativem Preis 2025 |
|---|---|
| DeutschlandQuelle: Bundesnetzagentur | 573 |
| NiederlandeQuelle: TenneT | 584 |
| FrankreichQuelle: CRE | 513 |
573 Stunden sind rund 7 % des Jahres. In Frankreich stand der Zähler am 8. Oktober 2026 schon bei 568 Stunden, mehr als im ganzen Jahr 2025.
Wie viel ein Stromspeicher fasst
Einen Steckerspeicher steckst du selbst in die Steckdose; einen fest installierten Stromspeicher schließt ein Elektriker an. Als Faustregel nennt die Verbraucherzentrale 1,5 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Steckerspeicher fangen kleiner an und lassen sich erweitern:
- Eine Einheit
- 2,688 kWh
- Erweiterbar auf
- 16 kWh
- Eine Einheit
- 1,92 kWh
- Erweiterbar auf
- 11,52 kWh
Herstellerangaben, abgerufen am 23. Oktober 2026. Wir haben selbst keinen Stromspeicher und haben diese Modelle nicht gemessen.
Was ein Miner verbraucht
Leistung in Watt mal Stunden, geteilt durch 1.000, ergibt den Verbrauch in kWh. Ein Miner mit 140 Watt, der rund um die Uhr läuft: 140 × 24 = 3.360 Wh, also 3,36 kWh pro Tag.
- Pro Tag
- 0,36 kWh
- Pro Jahr
- 131 kWh
- Nur in den 573 negativen Stunden
- 8,6 kWh
- Mit einem vollen Speicher von 2,7 kWh
- 180 Stunden
- Pro Tag
- 0,96 kWh
- Pro Jahr
- 350 kWh
- Nur in den 573 negativen Stunden
- 22,9 kWh
- Mit einem vollen Speicher von 2,7 kWh
- 67 Stunden
- Pro Tag
- 3,36 kWh
- Pro Jahr
- 1.226 kWh
- Nur in den 573 negativen Stunden
- 80,2 kWh
- Mit einem vollen Speicher von 2,7 kWh
- 19 Stunden
Die Laufzeit mit dem Speicher ist ohne Umwandlungsverluste gerechnet; in der Praxis ist er früher leer. Was dein Miner wirklich zieht, misst du mit einem Strommessgerät.
Selbst berechnenIn welcher Reihenfolge
- Nutze Überschuss zuerst selbst: Wäsche waschen, Spülmaschine laufen lassen, das E-Auto laden. So sparst du den vollen Strompreis, einschließlich Steuern.
- Lade danach den Speicher, für den Abend und die Nacht.
- Erst was danach noch übrig ist, geht an den Miner, ebenso die Stunden mit negativem Preis.
- Schalte den Miner mit einer smarten Steckdose ein und aus, die du per App oder Smart-Home-System steuerst. Mit einem dynamischen Stromtarif kannst du das vom Strompreis abhängig machen.
Ehrlich gesagt: die Nachteile
Ob sich ein Speicher rechnet, ist schwer zu sagen
Mining mit Überschuss bringt wenig ein
Wärme und Geräusche
Sicherheit eines Steckerspeichers
Häufige Fragen
Kann ich einen Miner mit meinem Stromspeicher betreiben?
Das geht, ist aber selten sinnvoll. Ein Miner mit 140 Watt verbraucht 3,36 kWh pro Tag, mehr als ein Steckerspeicher mit 2,7 kWh fasst. Was der Miner aus dem Speicher holt, musst du abends oft wieder aus dem Netz beziehen. Lass den Miner lieber nur mit Überschuss laufen, den der Speicher nicht mehr aufnehmen kann.
Bekomme ich Geld, wenn ich bei negativem Preis Strom verbrauche?
Nicht automatisch. Ein negativer Börsenstrompreis ist noch kein negativer Preis auf deiner Rechnung: Auch mit einem dynamischen Stromtarif zahlst du für deinen Verbrauch weiter Netzentgelte und Steuern. Für Einspeisung in solchen Stunden bekommen neue Anlagen dagegen keine Vergütung. Selbst verbrauchen ist dann die bessere Wahl: im Haus, im Speicher oder im Miner.
Muss ich einen Stromspeicher registrieren?
Ja. Einen Speicher registrierst du separat im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Betreibst du ihn zusammen mit einem Balkonkraftwerk, registrierst du beides gemeinsam.
Weiterlesen
Quellen
- Keine Vergütung bei negativen Preisen und Ausnahmen: § 51 EEG auf gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23. Oktober 2026.
- Verlängerung des Vergütungszeitraums: § 51a EEG auf gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23. Oktober 2026.
- Übergangsregel für Anlagen vor dem 25. Februar 2025: § 100 Abs. 46 EEG auf gesetze-im-internet.de, abgerufen am 23. Oktober 2026.
- Speicher, Faustregel und Wirtschaftlichkeit: Verbraucherzentrale, Lohnen sich Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen? (Stand 2. Juli 2026), abgerufen am 23. Oktober 2026.
- Sicherheit: brandweer.nl (niederländische Feuerwehr), Plug-and-play thuisbatterij, abgerufen am 23. Oktober 2026.
- Registrierung: Marktstammdatenregister, häufige Fragen, abgerufen am 23. Oktober 2026.
- Braiins Mini Miner: technische Daten auf braiinsforge.com, abgerufen am 23. Oktober 2026.