Bitcoin kaufen bei der Sparkasse: 0,99 Euro plus Aufschlag
Bei fünf Sparkassen kaufst du seit 19. Oktober Bitcoin und vier weitere Coins in der App: 0,99 Euro pro Order plus gut 1,3 % Aufschlag. Keine eigene Wallet.

Kunden der ersten Sparkassen können seit Montag, 19. Oktober, Bitcoin, Ether, XRP, Solana und POL in der App Sparkasse kaufen. Das Angebot heißt Krypto – powered by Deka und kommt von der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen. Auf der Liste der DekaBank standen am 19. Oktober fünf der 339 Sparkassen; laut dem Dachverband DSGV kommen jeden Monat 30 bis 40 hinzu. Eine Order kostet 0,99 Euro, plus einen Aufschlag, den die DekaBank nicht als Zahl nennt: In den eigenen Handelsberichten der Bank lag der Kaufpreis von Bitcoin 1,34 % über dem Marktpreis.
Sparkasse und Bitcoin in Kürze
- Fünf Coins: Bitcoin (BTC), Ether (ETH), XRP, Solana (SOL) und POL, der Coin von Polygon.
- Fünf Sparkassen zum Start: Frankfurter Sparkasse, Taunus Sparkasse, Sparkasse Karlsruhe, Sparkasse Rottal-Inn und Niederrheinische Sparkasse RheinLippe. Jede Sparkasse entscheidet selbst, wann sie sich anschließt.
- Kosten: 0,99 Euro pro Kauf oder Verkauf, die Verwahrung ist kostenfrei. Hinzu kommt ein eigener Aufschlag der DekaBank (Spread).
- Aufschlag gemessen: Bei den Transaktionen vom 21. September bis einschließlich 16. Oktober lag der Kaufpreis von Bitcoin 1,34 % über und der Verkaufspreis 1,35 % unter dem Marktpreis.
- Nicht auf die eigene Wallet: Übertragen geht nur an vier festgelegte Kryptowerte-Dienstleister. Krypto von anderswo einliefern geht nicht.
- Nur in Deutschland: Du musst 18 sein, ausschließlich in Deutschland wohnen und dort steuerpflichtig sein.
- Keine Beratung, keine aktive Werbung: Der DSGV nennt Krypto „hochspekulative Anlagen“ und warnt vor einem Totalverlust.
Was bei der Sparkasse möglich ist
Du eröffnest in der App Sparkasse unter „Anlegen“ ein Krypto-Konto. Dein Vertragspartner ist die DekaBank, nicht deine Sparkasse. Du brauchst ein Girokonto bei einer teilnehmenden Sparkasse und Online-Banking mit elektronischem Postfach, und du darfst das Konto nicht geschäftlich nutzen.
Für eine Order fragst du einen Preis an. Die DekaBank zeigt einen verbindlichen Preis; deine Order dazu gilt höchstens zehn Sekunden. Die DekaBank verkauft dir die Coins aus eigenem Bestand. Eine Mindestordergröße gibt es nicht, die Obergrenze liegt bei 250.000 Euro. Die Coins liegen in der Regel spätestens am übernächsten Bankarbeitstag auf deinem Krypto-Konto. Handeln kannst du fast immer, außer während der Wartung: täglich von 23:30 bis 00:30 Uhr und an zwei Samstagen im Monat von 13:00 bis 15:00 Uhr (deutsche Zeit). Fällt die App aus, kannst du über eine Notfallhotline nur verkaufen.
Laut der Preisinformation vom September 2026 sind Registrierung, Verwahrung, Übertragung und die Berichte kostenfrei. Der Preis ist ein Marktpreis zuzüglich eines DekaBank-eigenen Spreads; bei großen Volumina oder starken Schwankungen kann die DekaBank ihn anpassen.
Die DekaBank verwahrt die Coins selbst, für alle Kunden gemeinsam in einer Wallet, und hält für jeden Kunden fest, was wem gehört. Nach dem Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG) gelten die Coins als dem Kunden gehörig und fallen nicht in die Insolvenzmasse der Bank. Eine Einlagensicherung oder ein Entschädigungssystem gibt es nicht. Laut einer Pressemitteilung vom 13. Oktober 2025 sorgt Boerse Stuttgart Digital dafür, dass die DekaBank genug Kryptowerte einkaufen kann. Mit den Sonderbedingungen erlaubst du der DekaBank außerdem, deinem Berater bei der Sparkasse Einsicht in deine Kryptobestände zu geben.
Wie hoch ist der Aufschlag?
Die DekaBank veröffentlicht seit dem 19. September täglich die abgeschlossenen Geschäfte, mit Uhrzeit, Coin, Menge und Preis, wie es MiCA (Artikel 77) verlangt. Bis einschließlich 16. Oktober waren das 560 Transaktionen über zusammen 18.067,71 Euro. Die größte lag bei 500,53 Euro. Wer gehandelt hat, steht nicht dabei; der öffentliche Start war am 19. Oktober.
Wir haben jeden Preis neben den Minutenkurs der Börse Bitstamp gelegt und einen Teil mit Coinbase gegengeprüft:
Angegeben ist der Median je Coin. Bei POL ist der Vergleich weniger genau, weil auf Bitstamp wenig POL gehandelt wird. Ein Beispiel: Am 15. Oktober um 10:49 Uhr deutscher Zeit verkaufte jemand Bitcoin zu 71.453 Euro pro Stück, gut eine Minute später kaufte jemand zu 73.374 Euro. Der Kurs lag damals bei Bitstamp, Coinbase und Kraken bei rund 72.430 Euro. Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis: 1.921 Euro oder 2,65 %.
Was das bei einem Kauf kostet, mit dem Aufschlag von 1,34 % bei Bitcoin:
Der Aufschlag ist der Betrag mal 1,34 geteilt durch 101,34: der Teil deines Geldes, für den du keine Bitcoin bekommst. Wer für 1.000 Euro kauft und sofort wieder verkauft, bekommt bei gleichem Kurs nach zweimal Ordergebühr 972,47 Euro zurück: 28,52 Euro weniger als die 1.000,99 Euro, die er bezahlt hat.
Was nicht geht: eigene Wallet, Einlieferung, Staking
- Übertragung nur an vier Unternehmen. Laut der Liste vom Oktober 2026: Crypto Finance (Deutschland), Tangany, Boerse Stuttgart Digital Custody und Bullish Europe. An andere Adressen, auch an deine eigene Wallet, geht es nicht. Die Übertragung ist kostenfrei, dauert meist bis zu drei Bankarbeitstage und ist ab 0,0001 Bitcoin möglich.
- Keine Schlüssel. Die Private Keys bleiben bei der DekaBank.
- Keine Einlieferung. Kryptowerte von anderswo an die DekaBank zu senden, ist nur für institutionelle Kunden möglich.
- Kein Staking. Die Sonderbedingungen nennen vier Dienstleistungen: Kauf und Verkauf, Ausführung von Aufträgen, Verwahrung und Übertragung.
- Keine Coins aus Forks oder Airdrops. Darauf hast du keinen Anspruch.
Warum das wichtig ist: Du bist von der DekaBank und der App abhängig. Wechselst du zu einer Bank, die nicht mitmacht, oder stellt deine Sparkasse das Angebot ein, darf die DekaBank deinen Vertrag kündigen. Du musst dann innerhalb von acht Wochen verkaufen oder an eines dieser vier Unternehmen übertragen lassen; tust du nichts, darf die DekaBank nach einer Mahnung den Gegenwert in Euro auszahlen. Willst du deine Coins selbst verwahren, brauchst du eine Börse, bei der du auf eine eigene Adresse auszahlen kannst, und eine Wallet. Wie du die richtige findest, liest du unter Krypto-Wallet wählen.
Sparkasse oder Kryptobörse: die Kosten im Vergleich
Was Börsen pro Order und pro Auszahlung verlangen, siehst du auf unserer Vergleichsseite. Wer eine Zulassung hat und für welche Länder, steht in unserem MiCA-Register.
Die DekaBank steht im ESMA-Register (Stand 16. Oktober 2026) mit zwei Anzeigen bei der BaFin nach Artikel 60: zum 1. Dezember 2025 für Verwahrung, Ausführung von Aufträgen und Übertragung, zum 25. Juni 2026 für den Tausch von Kryptowerten gegen Geld. Eine solche Anzeige ist der Weg für Banken; den Unterschied zu einer Zulassung erklären wir in MiCA-Register: Zulassung oder nur Anzeige?
Die Sparkassen sind nicht die Ersten. In derselben ESMA-Version stehen 56 deutsche Genossenschaftsbanken, etwa Volks- und Raiffeisenbanken, mit einer Anzeige für Kryptowerte-Dienstleistungen. Die Deutsche Bank steht dort mit einer Anzeige für Verwahrung und Übertragung, datiert auf den 12. Oktober; laut CoinDesk, das sich auf Reuters beruft, startet die Bank in einigen Wochen mit der Verwahrung für Firmenkunden. In der Schweiz hat eine Kantonalbank schon im Juli den Kryptohandel einfach in die Banking-App geholt. Wie Banken die Verwahrung einkaufen, liest du in Europas Banken kaufen sich in die Kryptoverwahrung ein.
Was bedeutet das für dich als Anleger in Europa?
Außerhalb Deutschlands kannst du das Angebot nicht nutzen: Die DekaBank verlangt einen Wohnsitz ausschließlich in Deutschland. Das gilt also auch in Frankreich, Spanien, Portugal und Polen.
Deutschland. Schau nach, ob deine Sparkasse auf der Liste der DekaBank steht. Die DekaBank behält keine Steuern ein und meldet deine Transaktionen jährlich an das Bundeszentralamt für Steuern. Für private Veräußerungsgeschäfte gilt laut DekaBank eine Freigrenze von 1.000 Euro im Jahr: Bleibt dein Gewinn darunter, ist er steuerfrei (Stand 2026).
Niederlande. bunq bietet Krypto in der eigenen Banking-App über Kraken an, ab 1 Euro, mit „Gebühren ab 0,25 % pro Transaktion“. Der Handel läuft über Payward Europe Solutions, das im ESMA-Register mit der irischen Zentralbank als Aufsichtsbehörde steht (25. Juni 2025).
Belgien. KBC verkauft Bitcoin und Ether über seine Anlageplattform Bolero, für 0,50 % pro Order mit einem Minimum von 5 Euro. KBC verwahrt die Coins. Auf eine eigene Wallet geht es nur unter Bedingungen; Krypto von anderswo kann nicht zu Bolero. KBC Bank steht im ESMA-Register bei der Belgischen Nationalbank.
Österreich. Raiffeisen bietet unter anderem in Salzburg Bitpanda in der App Mein ELBA an, ab 1 Euro. Du wirst dann Kunde von Bitpanda, nicht von Raiffeisen; Raiffeisen erhält dafür eine Vergütung von Bitpanda. Bitpanda steht im ESMA-Register mit einer CASP-Zulassung der FMA (9. April 2025).
Was noch nicht feststeht
- Der Aufschlag nach dem Start. Unsere Messung betrifft Transaktionen vor dem 19. Oktober, mit Beträgen bis 500 Euro. Die DekaBank kann den Aufschlag anpassen. Die App zeigt die Kosten, bevor du bestätigst.
- Das Tempo. Jede Sparkasse entscheidet selbst. Der DSGV will in der ersten Hälfte 2027 einen großen Teil der interessierten Sparkassen angeschlossen haben.
- Mehr Coins oder ein Sparplan. Die DekaBank kann die Liste der Coins erweitern oder kürzen. Einen Sparplan für Privatkunden nennen die Sonderbedingungen nicht.
- Eine eigene Wallet. Derzeit ausgeschlossen. Ob sich das ändert, sagt die DekaBank nicht.
- Deutsche Bank. Ein genaues Startdatum ist nicht bekannt.
Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Krypto kann stark an Wert verlieren, und du kannst deinen gesamten Einsatz verlieren.
Häufige Fragen
Kann ich bei der Sparkasse Bitcoin kaufen?
Ja, wenn deine Sparkasse mitmacht, du 18 bist und ausschließlich in Deutschland wohnst. Am 19. Oktober waren das fünf Sparkassen; laut DSGV kommen jeden Monat 30 bis 40 hinzu.
Was kostet Bitcoin kaufen bei der Sparkasse?
0,99 Euro pro Order, plus einen Aufschlag. In den Handelsberichten der DekaBank lag der Kaufpreis von Bitcoin 1,34 % über dem Marktpreis. Bei 100 Euro sind das zusammen 2,31 Euro.
Kann ich meine Bitcoin von der Sparkasse auf meine eigene Wallet schicken?
Nein. Übertragen geht nur an Crypto Finance (Deutschland), Tangany, Boerse Stuttgart Digital Custody und Bullish Europe.
Ist Krypto bei der Sparkasse durch die Einlagensicherung geschützt?
Nein. Laut DekaBank fallen Kryptowerte nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung. Die Coins werden aber getrennt vom Eigenbestand der Bank verwahrt.
Quellen
Gelesen am 19. Oktober 2026.
- DekaBank: MiCAR-Seite mit Preisinformation, Sonderbedingungen, Kunden- und Verbraucherinformationen, Ausführungsgrundsätzen, der Liste zulässiger Empfänger und den Tagesberichten vom 19. September bis einschließlich 18. Oktober 2026.
- DekaBank: Krypto – powered by Deka und kooperierende Sparkassen, 19. Oktober gegen 10:45 Uhr deutscher Zeit.
- Boerse Stuttgart Digital: Pressemitteilung, 13. Oktober 2025.
- DSGV: Fakten und Aufgaben, 339 Sparkassen zum 1. Januar 2026.
- dpa-AFX über Ariva, 19. Oktober 2026.
- ESMA: vorläufiges MiCA-Register, CASPS.csv, Stand 16. Oktober 2026.
- Minutenkurse in Euro: Bitstamp, Coinbase und Kraken.
- CoinDesk, 18. Oktober 2026.
- bunq, Bolero, Raiffeisen Salzburg.