Zum Inhalt springen
Altcoins26. Oktober 2026

Glamsterdam verschoben: Was heißt das für dein ETH?

Hoodi-Test vom 26. Oktober abgesagt: Gasrisiko für bestehende Smart Contracts. Kein neuer Termin, Mainnet offen. Was ETH-Halter wissen müssen.

Artikelbild für: Glamsterdam verschoben: Was heißt das für dein ETH?

Das Glamsterdam-Upgrade auf dem Ethereum-Testnetz Hoodi, geplant für Montag, den 26. Oktober 2026 um 17:42:48 UTC (18:42 Uhr niederländischer Zeit), findet nicht statt. Das haben die Entwickler am 22. Oktober in der Runde ACDE #248 beschlossen, nach einer Analyse des Sicherheitsunternehmens ChainSecurity zu den neuen Gasregeln. Es gibt keinen neuen Termin, und für das Mainnet, die eigentliche Kette, gab es ohnehin noch keinen. Als ETH-Halter musst du nichts tun.

Glamsterdam-Verschiebung in Kürze

  • Was abgesagt ist: das Upgrade auf Hoodi vom 26. Oktober 2026, 17:42:48 UTC (Epoch 132.352). Die Ethereum Foundation schreibt am 22. Oktober, dass ein neues Aktivierungsdatum nicht festgelegt ist.
  • Warum: Die Untersuchung von ChainSecurity vom 13. Oktober zeigt, dass die neuen Gasregeln (EIP-8037 und EIP-8038) bestehende Smart Contracts auf einen fehlgeschlagenen Aufruf anders reagieren lassen können. Manche Contracts könnten dann einen Fehler trotzdem festschreiben, während sie früher zurückgerollt worden wären.
  • Ebenfalls verschoben: die Anhebung des Gaslimits auf Hoodi auf 200 Millionen, die zum selben Fork gehörte.
  • Mainnet: Es gibt kein Datum. Die Termine 1. und 8. Dezember aus unserem früheren Artikel waren Vorschläge für den Fall, dass Hoodi gut verläuft; dafür gibt es jetzt keine Grundlage mehr.
  • Du als ETH-Halter: nichts tun. Die Ethereum Foundation schreibt, diese Ankündigung betreffe Hoodi, und Ethereum-Nutzer und ETH-Halter müssten nichts tun.
  • Der Nachteil: Das Upgrade, das die Blöcke größer und das Netzwerk schneller machen soll, verschiebt sich. Um wie viel, weiß bei Redaktionsschluss niemand.

Was am 22. Oktober beschlossen wurde

Am 22. Oktober sprach die Runde der Execution-Entwickler (ACDE #248) über die Erkenntnisse von ChainSecurity. Das Ergebnis, wie die Ethereum Foundation es am selben Tag veröffentlichte: Glamsterdam auf Hoodi wird verschoben, um das Zusammenspiel von EIP-8037 und Smart Contracts im Mainnet weiter zu untersuchen. Die Konfiguration der Clients wird so angepasst, dass die Aktivierung vom 26. Oktober, das Gaslimit von 200 Millionen und die Gloas-Aktivierung auf der Konsensschicht entfallen. Die Geschichte der Hoodi-Kette bleibt, wie sie war; nur die Planung für die Zukunft wurde zurückgenommen.

NetzwerkUrsprünglich geplantStand bei Redaktionsschluss (26. Oktober 2026)
Sepolia (Testnetz)6. Oktober 2026durchgeführt
Hoodi (Testnetz)26. Oktober 2026, 17:42:48 UTCabgesagt, kein neuer Termin
Mainnetvorgeschlagen: 1. und 8. Dezember 2026 (zwei Optionen)kein Datum

In der Runde legte Entwickler Ansgar Dietrichs drei mögliche Ausgänge dar: Das Mainnet kommt planmäßig, wenn rechtzeitig alles geklärt ist; das Mainnet wird bei gleicher Spezifikation verschoben, um mehr Zeit für Analyse und Gegenmaßnahmen zu haben; oder die Spezifikation von Glamsterdam selbst ändert sich. Welcher es wird, hängt von einer vollständigen Analyse der Folgen ab. Das Team von ethrex merkte im Chat an, dass das Mainnet dadurch wohl erst 2027 kommt. Dietrichs sagte, er teile diese Einschätzung, aber einen Beschluss dazu gibt es nicht. Für das Mainnet gilt damit: Die Entscheidung ist vertagt, bis die Analyse abgeschlossen ist.

In zwei Wochen, in der Woche der Konferenz Devcon, findet keine Sitzung der Execution-Entwickler (ACDE) statt; die nächste ist in vier Wochen.

Was ChainSecurity gefunden hat

Gas ist die Recheneinheit, mit der Ethereum die Kosten einer Transaktion berechnet. Viele Contracts rufen andere Contracts auf und fangen einen fehlgeschlagenen Aufruf ab, um zu vermerken, dass etwas schiefging, oder um mit dem nächsten Schritt weiterzumachen. Ist ein Aufruf gescheitert, weil zu wenig Gas mitgegeben wurde, kann ein Angreifer das ausnutzen: Der Contract hält dann ein unumkehrbares Scheitern fest, obwohl die Aktion mit genügend Gas gelungen wäre. Contracts schützen sich davor, indem sie nach dem Aufruf prüfen, wie viel Gas übrig ist, oder indem sie darauf setzen, dass die Fehlerbehandlung selbst zu teuer ist, um sie abzuschließen, und die ganze Transaktion deshalb zurückgerollt wird.

Laut ChainSecurity (Blogbeitrag vom 13. Oktober, auf Grundlage der Spezifikationen dieses Datums) verändern EIP-8037 und EIP-8038 diese Annahmen, auch wenn der Code des Contracts gleich bleibt:

  • Gas kommt zurück. Legt eine Aktion neue Daten an und wird sie anschließend rückgängig gemacht, kommt das Gas für diese Daten sofort zurück, bis zu 97.920 Gas. Das kann genügen, um eine Fehlerbehandlung doch noch abzuschließen, die früher gescheitert wäre.
  • Ein eigener Topf. Gas oberhalb von 16.777.216 pro Transaktion fließt in einen separaten Topf für das Anlegen von Daten. Wie viel Gas übrig bleibt, sagt dann weniger darüber aus, was die Transaktion noch kann.
  • Höhere Preise. Einen neuen Speicherplatz in einem Contract zu beschreiben kostet heute 22.100 Gas (kalt). Bei Glamsterdam sind es 12.100 plus 97.920 Gas für das Anlegen von Daten, zusammen 110.020, wenn der separate Topf leer ist: fast fünfmal so viel. Ein Gaslimit, das früher ausreichte, kann dadurch zu klein werden. Die erste Nutzung eines Accounts steigt von 2.600 auf 3.000 Gas.

Es geht um das Verhalten bestehender Software unter vorgeschlagenen Regeln. Laut CoinDesk hat ChainSecurity nicht öffentlich nachgewiesen, dass sich eine große Produktivanwendung ausnutzen lässt. Im Mainnet gelten die neuen Regeln nicht, daher kann damit derzeit nichts ausgenutzt werden.

In der Runde vom 22. Oktober sagte ChainSecurity, bei der Durchsuchung von Quellcode 13 betroffene Projekte gefunden zu haben, und dass diese Suche „in no way exhaustive“ gewesen sei. Ein Teil der Projekte reagiert nicht: ChainSecurity erklärte, einige über einen Bug-Bounty-Kanal oder eine Sicherheits-E-Mail-Adresse erreicht zu haben, bei denen nach deren Angaben zu viele Meldungen eingehen. Namen nennen sie nicht; wir haben sie in den Quellen nicht gefunden. ChainSecurity nannte auch kleinere Auswirkungen, etwa das Ungültigmachen von Signaturnummern (Nonces) bei einigen Projekten.

Was sich für Betreiber von Nodes und Validatoren ändert

Die Ethereum Foundation hat Client-Versionen veröffentlicht, die die Aktivierung vom 26. Oktober nicht mehr enthalten. Wer einen Hoodi-Node oder -Validator betreibt, muss sowohl den Execution- als auch den Konsens-Client auf eine Version aktualisieren, in deren Release Notes die Entfernung der Aktivierung steht. Die Tabellen aus der früheren Ankündigung gelten nicht als Bestätigung.

SchichtClient und Version
KonsensGrandine v3.0.0-rc.2, Lighthouse v8.3.2, Lodestar v1.50.1, Nimbus v26.10.2, Prysm v7.3.1, Teku 26.10.2
ExecutionBesu 26.10.1, Ethrex v30.0.1, Erigon v3.8.1, go-ethereum v1.17.10, Nethermind 2.2.1, Reth v2.8.1

Das ist die Liste vom 22. Oktober; die Stiftung ergänzt sie. Wer externe Block-Builder nutzt, sollte den Anweisungen des jeweiligen Anbieters folgen. Für das Ethereum-Mainnet muss ein Node- oder Validator-Betreiber aufgrund dieser Meldung nichts anpassen.

Was bedeutet das für dich als Anleger in Europa?

Du hältst ETH. Du musst nichts tun. Die Ethereum Foundation schreibt, diese Meldung lege kein Mainnet-Datum fest, und ETH-Halter müssten nichts tun. Das Upgrade ändert nichts an deinem Guthaben; eine Verschiebung ist auch keine Kursprognose, und eine solche geben wir nicht ab.

Du betreibst Staking über eine Plattform oder ein Börsenprodukt. Auch dann nichts: Der Anbieter betreibt die Software. Wie Staking funktioniert, liest du in Staking erklärt: passiv verdienen mit Krypto (und die Risiken).

Du betreibst selbst einen Validator. Prüfe, ob deine Clients auf dem neuesten Stand sind, wenn du auf Hoodi testest, und lege keine Testpläne auf die Aktivierung vom 26. Oktober. Für das Mainnet ist nichts angekündigt.

Du nutzt DeFi. Das Risiko liegt in Contracts, die ihre Fehlerbehandlung auf Gas stützen. Was das für ein bestimmtes Protokoll bedeutet, können wir nicht sagen; die betroffenen Projekte sind nicht öffentlich genannt worden. Bis es ein Mainnet-Datum gibt, gelten die heutigen Regeln, und es ändern sich keine Preise.

Du willst ETH kaufen. Das hat mit dieser Verschiebung nichts zu tun. Die Aktionen unserer Partner findest du unter Promo-Codes, unsere Übersicht der Anbieter mit MiCA-Zulassung im Zulassungsregister.

Früherer Artikel. In Glamsterdam: Testnet am 26. Oktober, Mainnet noch ohne Datum schrieben wir am 15. Oktober noch, dass Hoodi am 26. Oktober umgestellt wird und dass für das Mainnet der 1. oder 8. Dezember vorgeschlagen waren. Das ist überholt. Die Erklärung, was Glamsterdam verändert, steht in Ethereums „Glamsterdam“-Upgrade: Was ändert sich?.

Was noch nicht feststeht

  • Das neue Hoodi-Datum. Es gibt keins. Die Ethereum Foundation gibt es später bekannt.
  • Das Mainnet-Datum. Verschoben, bis die Analyse der Folgen abgeschlossen ist. Ein Entwickler nannte 2027 als wahrscheinlich, aber das ist eine Einschätzung in einer Sitzung, kein Beschluss.
  • Ob sich die Spezifikation ändert. Einer der drei möglichen Ausgänge ist, dass Glamsterdam selbst angepasst wird.
  • Wie viele Projekte betroffen sind. ChainSecurity nennt 13 Projekte und sagt, die Suche sei nicht vollständig gewesen. Namen sind nicht öffentlich, und es ist unbekannt, ob sich eine Produktivanwendung tatsächlich ausnutzen lässt.
  • Die Client-Versionen. Die Liste der Ethereum Foundation wird ergänzt; sie kann sich seit dem 22. Oktober geändert haben.

Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Krypto kann stark an Wert verlieren, und du kannst deinen gesamten Einsatz verlieren.

Häufige Fragen

Wann kommt Glamsterdam?

Dafür gibt es keinen Termin. Der Test auf Hoodi vom 26. Oktober 2026 ist abgesagt, und für das Mainnet ist die Entscheidung vertagt, bis die Analyse der Folgen abgeschlossen ist.

Warum wurde das Glamsterdam-Upgrade verschoben?

Weil ChainSecurity gezeigt hat, dass die neuen Gasregeln (EIP-8037 und EIP-8038) bestehende Smart Contracts auf einen fehlgeschlagenen Aufruf anders reagieren lassen können. Die Entwickler beschlossen am 22. Oktober, Hoodi zu verschieben, um das zu untersuchen.

Muss ich mit meinem ETH etwas tun?

Nein. Laut Ethereum Foundation müssen Ethereum-Nutzer und ETH-Halter nichts tun. Nur wer einen Hoodi-Node oder -Validator betreibt, muss seine Clients aktualisieren.

Sind mein ETH oder meine DeFi-Positionen jetzt in Gefahr?

Nein, die neuen Regeln sind im Mainnet nicht aktiv. Es geht um ein Verhalten, das erst entstünde, nachdem Glamsterdam live gegangen ist. Welche Contracts betroffen sind, ist nicht öffentlich.

Sinkt dadurch der ETH-Kurs?

Das wissen wir nicht, und wir geben dazu keine Prognose ab. In diesem Artikel geht es um eine Planung von Entwicklern.

Quellen

Gelesen am 26. Oktober 2026.

#ethereum#glamsterdam#hoodi#eth#gas#smart-contracts#upgrade